Vlogging für Schulwerte
Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in kleinen Gruppen, um kurze, smartphone-basierte Videos (Vlogs im Stil von Reels / Shorts, max. 90 Sekunden) zu erstellen, die einen ausgewählten Schulwert kreativ, humorvoll oder im Dokumentarstil erklären und zeigen, wie er im Alltag der Schule lebendig wird.
Ziel
Die abstrakte Sprache des Schulleitbildes wird in die tatsächliche Sprache und Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler übersetzt. Dabei werden Medienkompetenz und ethische Reflexion miteinander verbunden, wodurch die Schulkultur von Grund auf gestärkt wird.
Einsatz und Lernergebnisse
- 1. Tiefes Verständnis und persönliche Identifikation mit den Kernwerten der Schule.
- 2. Entwicklung von Medienkompetenz (Drehbuch, Bildgestaltung, grundlegende Videobearbeitung).
- 3. Verbesserung der Teamarbeit und des kreativen Kompromissfindens innerhalb einer Gruppe.
- 4. Förderung des Selbstausdrucks und des Selbstbewusstseins bei öffentlichen Präsentationen (Macht / Erfolg).
- 5. Steigerung des Engagements durch den Einsatz relevanter Alltags-Technologie (Spaß).
WELL³-Bezug
Details & Vorbereitung
Raumanforderungen
Normales Klassenzimmer für die Planung und Vorführung
Genehmigung zum Fotografieren / Drehen auf bestimmten Teilen des Schulgeländes (Gänge, Schulhof)
Zeit für die Vorbereitung
30 Minuten
Vorbereitung
Bei erstmaliger Durchführung benötigt die Lehrkraft etwa 30 Minuten, um die technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen zu klären (z. B. Bildrechteverzichtserklärungen / Einwilligungsformulare, wenn Videos schulweit gezeigt werden sollen). Daneben braucht es eine einfache Bewertungs- und Feedback-Liste zusammen mit einer übersichtlichen Aufstellung der schulischen Werte.
Für Folgeprojekte sinkt der Arbeitsaufwand auf etwa 10 Minuten, da die Lehrkraft die erstellten Medienrichtlinien wiederverwenden kann und nur die Gruppenzusammensetzung neu regeln sowie die einzelnen Werte den neuen Gruppen zuweisen muss.
Materialien
Smartphones der Schülerinnen und Schüler (oder Schul-Tablets)
Einfache (kostenlose) Bearbeitungs-Apps (z. B. CapCut, InShot oder schulgenehmigte Software)
Storyboard-Vorlagen
Ein „Do's & Don'ts“-Leitfaden für das Filmen.
Ablauf
Konzept & Storyboard (Vor der eigentlichen Produktion)
30-45 MinutenDie Klasse wird in 3er oder 4er Teams aufgeteilt. Jedes Team zieht oder wählt einen bestimmten Schulwert (z. B. „Respekt im Schulbus“ oder „Hilfsbereitschaft in der Pause“).
Die Schüler füllen eine einfache Storyboard-Vorlage aus. Sie skizzieren eine kurze Szene oder Handlung: Was ist der Konflikt? Wie zeigt die Lösung den Wert? Wer sagt was?
Regel: Das Video darf 60–90 Sekunden nicht überschreiten. Kurz und prägnant zu bleiben ist der Schlüssel!
Der Dreh (Produktion)
45-60 MinutenDie Teams verteilen sich, um ihre Szenen zu drehen. Die Lehrkraft agiert im Hintergrund als „Produzent/Produzentin“, der/die die Dreharbeiten überwacht und Anweisungen gibt.
Goldene Regeln des Filmens:
1. Immer im Querformat filmen (oder konsequent im Hochformat, je nach Zielbildschirmlayout).
2. Auf den Ton achten! Sprechende müssen nahe am Mikrofon sein (um starken Wind oder laute Hintergrundgeräusche zu vermeiden).
3. Unbeteiligte dürfen ohne deren Zustimmung nicht gefilmt werden (Datenschutzbewusstsein).
Bearbeitung (Post-Produktion)
45 MinutenDie Schülerinnen und Schüler verwenden kostenlose, intuitive mobile Apps auf ihren Handys oder Tablets, um ihre Clips zu kürzen und zu arrangieren.
Die Szenen werden zusammengeschnitten, mit einem passenden (lizenzfreien) Soundtrack oder Hintergrundmusik unterlegt und mit Schlüsselwörtern als Textüberlagerungen (Untertiteln) versehen. Untertitel sind unerlässlich, um das Tempo und die Anmutung moderner Kurzvideos widerzuspiegeln.
Die exklusive Premiere (Vorführung)
30-45 MinutenDie Lehrkraft sammelt die fertigen Videos (über AirDrop, USB-Stick oder Schul-Cloud) und projiziert sie nacheinander auf die Leinwand/Smartboard.
Für jedes Video gibt es ordentlichen Applaus. Die Klasse gibt schnelles, positives Feedback: „War die Kernwertbotschaft klar?“ „Was war das kreativste Element?“
Reflexion & Transfer
15 MinutenDie Klasse versammelt sich zu einer abschließenden Projektdiskussion. Rückblick: „In welchem Video wurde eine Maßnahme vorgestellt, die wir alle morgen in der Pause aktiv umsetzen können?“
Herausragende Videos können (nach rechtlicher Klärung) an Tagen der offenen Tür präsentiert, auf die Schulwebsite hochgeladen oder über QR-Codes an der „Storytelling Wall“ der Schule verlinkt werden, damit andere Schülerinnen und Schüler sie ebenfalls anschauen können.
Reflexion & Tipps
Reflexion
War es schwierig, ein so komplexes Konzept wie „Toleranz“ in einer einzigen kurzen Szene darzustellen?
Wie ist das Team bei der Festlegung der Handlung mit unterschiedlichen kreativen Ansichten umgegangen?
Tipps zur Umsetzung
Konzentrieren Sie sich nicht auf Spezialeffekte à la Hollywood, sondern ganz und gar auf die Kernbotschaft.
Oft sind es gerade die einfachsten und witzigsten Sketche, die am stärksten nachhallen und Gleichaltrigen am längsten im Gedächtnis bleiben.