Lehrer-Kollaborationsraum Labor

Lehrer prüfen kurz, wie ein Kollaborationsraum in der Praxis funktioniert, identifizieren, was den professionellen Austausch unterstützt oder blockiert, und gestalten gemeinsam einen kleinen, realistischen Prototyp, um sowohl den Raum als auch die Nutzung zu verbessern. Die Methode hilft dem Personal, von „wir sollten mehr zusammenarbeiten“ zu „hier ist ein konkreter Raum und eine Routine, die wir nächste Woche testen können“ zu wechseln.

✍️ Klaus Linde-Leimer
⏱️ Dauer 1 Schulstunde
🔄 Häufigkeit Einmal im Monat
👥 Zielgruppe Lehrer
🎯

Ziel

Diese Methode stärkt das Zugehörigkeitsgefühl der Lehrer, indem sie Zusammenarbeit sichtbar, praktisch und geteilt macht. Sie hilft dem Personal zu erkennen, wie Raumgestaltung, Zugang, Atmosphäre und Routinen beeinflussen, ob sie sich willkommen fühlen, Ideen auszutauschen, um Hilfe zu bitten und Probleme gemeinsam zu lösen. Das Ziel ist es, eine stärkere professionelle Gemeinschaft durch kleine, testbare Verbesserungen zu schaffen. Kollaborative Professionalität funktioniert am besten, wenn sie absichtlich und gestaltet ist, nicht dem Zufall überlassen wird.

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Einsatz und Lernergebnisse

  • 1. Stärkt das Zugehörigkeitsgefühl und die Gemeinschaft der Lehrer.
  • 2. Hilft dem Personal, Barrieren für informelle und formelle Zusammenarbeit zu identifizieren.
  • 3. Ermutigt Lehrer, praktische Verbesserungen für gemeinsame Räume mitzugestalten.
  • 4. Fördert die Reflexion darüber, wie Raum und Routine den professionellen Austausch beeinflussen.
  • 5. Produziert einen kostengünstigen Prototyp, der getestet und im Laufe der Zeit verbessert werden kann.
💡

WELL³-Bezug

Grundbedürfnis

❤️ Zugehörigkeit

Qualitätsdimensionen

Gestaltung der Räumlichkeiten
📋

Details & Vorbereitung

🏫

Raumanforderungen

Ein Lehrerzimmer, Besprechungsraum oder flexibler Kollaborationsraum, in dem Lehrer in kleinen Gruppen sitzen und sich kurz bewegen können. Der Zugang zu mindestens einem echten Kollaborationsbereich in der Schule ist hilfreich. Es ist keine spezielle technische Einrichtung erforderlich, aber ein Flipchart oder Whiteboard ist nützlich.

⏳

Zeit für die Vorbereitung

15 Minuten

📝

Vorbereitung

Aufgaben vor der Durchführung:
• Wählen Sie ein oder zwei Lehrer-Kollaborationsräume aus, auf die Sie sich konzentrieren möchten.
• Bereiten Sie eine einfache Staff Collaboration Pulse Map für Beobachtungen vor.
• Drucke Prototyp-Canvas-Blätter für Gruppenideen aus.
• Drucke ein kurzes Reflexionsblatt zum Zugehörigkeitsgefühl aus.
• Bereite Haftnotizen, Stifte, Marker und Punktaufkleber zur Priorisierung von Ideen vor.
• Informiere, wenn möglich, die Schulleitung, dass ein kleiner Prototyp nach der Sitzung getestet werden kann.

Prinzipien für den Erfolg
• Halte die Atmosphäre respektvoll und nicht defensiv.
• Konzentriere dich auf Systeme, Räume und Routinen statt auf Menschen.
• Strebe nach kleinen, umkehrbaren Änderungen, die tatsächlich getestet werden können.
• Stelle sicher, dass jede Stimme gehört wird.
• Beenden Sie mit einem klaren nächsten Schritt, nicht nur mit einer Diskussion.

🧰

Materialien

• Gedruckte Mitarbeiter-Kollaborations-Puls-Karte
• Gedruckte Prototyp-Canvas
• Gedruckter Zugehörigkeits-Snapshot
• Stifte oder Marker
• Haftnotizen
• Punktaufkleber
• Flipchart oder Whiteboard
• Optional: Kamera oder Smartphone zur Dokumentation des Raums

👣

Ablauf

1

Einführung

⏱ 5 Minuten
Der Moderator führt die Idee ein, dass die Lehrerzusammenarbeit nicht nur durch Zeit, sondern auch durch den Raum, in dem sich die Lehrer treffen, geprägt ist. Ein Raum kann Zugehörigkeit leise unterstützen oder den Austausch schwierig machen.
Mögliche Einführung:
"Wir sprechen oft über Zusammenarbeit als etwas, das von Zeit abhängt. Aber der Raum, in dem sich Lehrer treffen, ist ebenfalls wichtig. Einige Räume laden zu Gesprächen, Planung und Vertrauen ein. Andere erschweren es, offen zu sprechen oder zusammenzuarbeiten. Heute werden wir uns einen Kollaborationsraum ansehen und fragen, was er bereits gut macht, was im Weg steht und welche kleine Veränderung ihn für uns alle verbessern könnte."
Der Moderator erklärt, dass die Gruppe zuerst den Raum beobachten, dann Muster identifizieren und schließlich einen kleinen Prototyp entwerfen wird, um ihn zu testen.
2

Stille Raum-Puls-Wanderung

⏱ 10 Minuten
Lehrer bewegen sich durch den ausgewählten Kollaborationsraum oder die Räume. Sie beobachten den Raum still und notieren, was ihnen auf der Mitarbeiter-Kollaborations-Puls-Karte auffällt.
Der Moderator bittet sie, nach drei Dingen zu suchen:
• Was unterstützt hier die Zusammenarbeit?
• Was blockiert oder unterbricht die Zusammenarbeit?
• Was scheint zu fehlen?
Lehrer sollten über Möbel hinausblicken. Sie können auch Atmosphäre, Sichtbarkeit, Zugang zu Materialien, Privatsphäre, Lärm, Anzeichen von geteilter Verantwortung und ob der Raum sich wie „unser Raum“ oder nur wie ein Durchgangsbereich anfühlt, beachten.
Das Ziel ist es, ehrliche Beobachtungen zu sammeln, bevor die Diskussion beginnt.
3

Mustererfassung und Reibungskartierung

⏱ 10 Minuten
Die Lehrkräfte kehren in die Gruppe zurück und platzieren ihre Haftnotizen an der Tafel oder am Flipchart. Ähnliche Beobachtungen werden zusammengefasst.
Der Moderator leitet die Gruppe an, die Notizen in einfache Kategorien zu sortieren, wie zum Beispiel:
• Zugang und Sichtbarkeit
• Komfort und Atmosphäre
• Privatsphäre und Ruhe
• Materialien und Organisation
• informeller Austausch
• Gefühl der Eigenverantwortung
• Rituale und Routinen
Dann identifiziert die Gruppe die größte Reibung und das stärkste positive Merkmal des Raums.
Dieser Schritt ist wichtig, da er viele individuelle Eindrücke in ein gemeinsames Bild der Zusammenarbeitskultur verwandelt.
4

Prototypenstudio: Eine Raumänderung + Eine Routinenänderung

⏱ 10 Minuten
Kleine Gruppen entwerfen nun einen Prototypen mit dem Prototypen-Canvas. Die wichtigste Regel ist, dass jeder Vorschlag Folgendes enthalten muss:
1. eine Raumänderung und
2. eine Routinenänderung
Das macht die Methode innovativer als eine einfache Raumneugestaltung. Die Lehrkräfte werden nicht nur gebeten, die Möbel umzustellen; sie werden gebeten, die Nutzung des Raums neu zu gestalten.
Beispiele:
• Raumänderung: beweglicher Tisch, gemeinsames schwarzes Brett, sichtbare Projektwand, ruhigerer Bereich
• Routinenänderung: fester wöchentlicher Austauschzeitraum mit offener Tür, 15-minütige „Fragenbrett“-Check-in, gemeinsames Unterrichtsvorbereitungsfenster, rotierendes Tee-und-Gespräch-Zeit
Jede Gruppe beantwortet:
• Was genau sollte sich ändern?
• Welches Problem wird damit gelöst?
• Welche Materialien oder Genehmigungen werden benötigt?
• Wer wird es ausprobieren?
• Wie werden wir wissen, ob es funktioniert hat?
Der Facilitator ermutigt zu kostengünstigen, reversiblen Ideen, die schnell getestet werden können.
5

Rundgang durch die Ideen und Auswahl

⏱ 10 Minuten
Jede Gruppe präsentiert kurz ihr Prototyp. Die anderen hören zu und platzieren Punktaufkleber neben der Idee, die sie für am nützlichsten, realistischsten und am wahrscheinlichsten zur Verbesserung des Zugehörigkeitsgefühls halten.
Der Facilitator hilft der Gruppe dann, einen Prototyp auszuwählen, den sie zuerst testen möchte. Die ausgewählte Idee sollte klein genug sein, um sie innerhalb der nächsten zwei Wochen auszuprobieren.
Dieser Schritt stellt sicher, dass die Aktivität mit einer Entscheidung endet, nicht nur mit guten Absichten.
6

Umsetzung starten und nächste Schritte vereinbaren

⏱ 10 Minuten
Der Facilitator fasst den gewählten Prototyp zusammen und klärt den nächsten Schritt:
• Wer wird den Ablauf erproben?
• Wann beginnt die Erprobung?
• wie lange der Test dauern wird
• Wie wird Rückmeldung gesammelt?
Möglicher Abschluss:
"Wir versuchen heute nicht, alles neu zu gestalten. Wir wählen eine kleine Veränderung, die den Lehrern helfen kann, sich mehr verbunden, willkommener und fähiger zu fühlen, zusammenzuarbeiten. Nach dem Test werden wir uns ansehen, was funktioniert hat und was angepasst werden muss."
Wenn möglich, wird nach der Testphase eine kurze Nachbesprechung angesetzt.
💭

Reflexion & Tipps

Reflexion

Die Lehrkräfte können individuell oder in einer kurzen Gruppendiskussion über ihre Erfahrungen nachdenken.
Mögliche Reflexionsfragen:
• Wann hat der Raum die Zusammenarbeit am einfachsten gemacht?
• Was im Raum hat Sie willkommen oder unwillkommen fühlen lassen?
• Welche kleine Veränderung würde das professionelle Zugehörigkeitsgefühl am meisten verbessern?
• Was sollten wir beibehalten, was verändern und was als Nächstes ausprobieren?

Optionale Methode:
Verwenden Sie für die abschließende Reflexion drei Kategorien von Haftnotizen:
• Ich fühle mich verbunden, wenn…
• Dieser Raum steht im Weg, wenn…
• Unser nächster Test wird…
Die Teilnehmenden bringen ihre Notizen an einer Tafel oder einem Whiteboard an. Die Moderation liest die wiederkehrenden Themen kurz vor.

Tipps zur Umsetzung

Förderung des Lernprozesses
Der Facilitator sollte den Ton praktisch und nicht wertend halten. Lehrer sind offener, wenn sie wissen, dass das Ziel darin besteht, gemeinsame Bedingungen zu verbessern, nicht Einzelpersonen zu bewerten. Eine Prototyp-Denkweise hilft: klein anfangen, schnell testen und dann verfeinern.

Mögliche Variationen der Übung
Kurze Version: Beobachte einen Kollaborationsraum und wähle eine einfache Mikroänderung in 20–30 Minuten.
Erweiterte Version: Teste den Prototyp zwei Wochen lang, treffe dich dann erneut, um Beweise zu überprüfen und das Design anzupassen.

Querverweise zu anderen Übungen
• Lehrer Zusammenarbeit Raum Lab
• Gemeinsames Planungsstudio
• Zugehörigkeitskarten für das Personal
• Co-Design von Kollaborationsräumen

📚

Weiterführende Lektüren & Links

📖
Hargreaves, A., & O’Connor, M. T. Kollaborativer Professionalismus: Wenn gemeinsames Lehren Lernen für alle bedeutet. Dieses Buch unterscheidet zwischen intentionalem kollaborativem Design und informeller Zusammenarbeit. Buch
📖
Israel, S. E., & Lassonde, C. A. Lehrerzusammenarbeit für professionelle Weiterbildung: Förderung von Studien-, Forschungs- und Erkundungsgemeinschaften. Ein praktisches Buch über die Schaffung und Aufrechterhaltung kollaborativer Lehrergruppen. Buch