Kompetenzneuausrichtung

Die Methode zum „Kompetenz-Reframing“ ist ein interaktiver Workshop für Schulleitung und Lehrkräfte, in dem schwierige Kontakte zu Eltern „neu interpretiert“ werden. Die Lehrkräfte lernen, Angriffe nicht persönlich zu nehmen, sondern sie als Ausdruck eines Bedürfnisses zu betrachten, wodurch ihre Rolle als Moderatoren / Moderatorinnen des Lernprozesses gestärkt wird.

✍️ Brigitta Rupp, PBÖ
⏱️ Dauer 1 Schultag
🔄 Häufigkeit Über einen längeren Zeitraum
👥 Zielgruppe Lehrkräfte, Schulmanagement
🎯

Ziel

Die Teilnahme an diesem Workshop stärkt das Kompetenzgefühl und die Selbstwirksamkeit der Lehrkräfte.
Lehrkräfte entkommen der "Rechtfertigungsfalle" und gewinnen die Kontrolle über das Gespräch zurück.
Das Wohlbefinden steigt durch eine geringere emotionale Erschöpfung nach Elterngesprächen.

✅

Einsatz und Lernergebnisse

  • 1. Stärkung der Identifikation mit den eigenen Aufgaben und des Selbstvertrauens.
  • 2. Techniken erlernen, um Vorwürfe in Wünsche/Bedürfnisse umzuformulieren.
  • 3. Verbesserung der Fähigkeit, emotionale Grenzen zu wahren.
  • 4. Entwicklung einer lösungsorientierten statt einer problemorientierten Denkweise.
  • 5. Gegenseitige Unterstützung durch Besprechung von Einzelfällen im Kollegium.
💡

WELL³-Bezug

Grundbedürfnis

🏆 Wirksamkeit 🛡️ Sicherheit

Qualitätsdimensionen

Schulkultur Soziale Interaktionen Selbstpflegekompetenzen
📋

Details & Vorbereitung

🏫

Raumanforderungen

Besprechungsraum mit Platz für kleine Gruppen
Flipchart oder Whiteboard

⏳

Zeit für die Vorbereitung

30 Minuten

📝

Vorbereitung

Sammeln Sie anonymisiert "schwierige Formulierungen", die Lehrkräfte von Eltern zu hören bekommen.
Bereiten Sie Beispiele für Umformulierungen vor.

🧰

Materialien

Karten mit Beispielsätzen
Flipchart-Marker
Handout zu Umformulierungstechniken

👣

Ablauf

1

Die "Phrasensammlung"

⏱ 10 Minuten
Jede Lehrkraft schreibt einen Satz aus einem kürzlich stattgefundenen Elterngespräch auf, der ihn/sie emotional verletzt oder sprachlos gemacht hat.
Beispiele: "Es ist deine Schuld, dass mein Kind Bauchschmerzen hat!", "Euer Klassenzimmer ist total chaotisch."
2

Das Reframing-Prinzip (Theoretischer Input)

⏱ 10 Minuten
Erklären Sie das 4-Schritte-Modell des Reframings:
1. Zuhören: Was wurde gesagt? (Die Provokation)
2. Trennen: Trennen Sie den Ton (aggressiv) vom Inhalt (Sorge um das Kind).
3. Bedürfnis identifizieren: Welches positive Bedürfnis steckt hinter dem Angriff? (Angst, Wunsch nach Struktur, Engagement).
4. Reframing: Geben Sie der Situation eine neue Bedeutung.
3

Das "Reframing-Labor"

⏱ 20 Minuten
Nutzen Sie die folgende Tabelle als Übungsmaterial für Kleingruppen:
Feld 1: Die "toxische" Elternphrase Feld 2: Das zugrunde liegende Bedürfnis Feld 3: Die neue Antwort (Das Reframe)
(siehe Beispiel in den Anhängen)
4

Die "Drei-Sekunden-Pause" (Training der Technik)

⏱ 10 Minuten
Üben Sie die konkrete Vorgangsweise:
Wenn ein verbaler Angriff erfolgt, atmen Sie tief durch, "reframen" Sie den Satz in Ihrem Kopf und antworten Sie erst danach.
Dadurch wird der automatische „Kampf-oder-Flucht“-Reaktionsmodus verhindert.
5

Teamreflexion

⏱ 5 Minuten
Nutzen Sie die folgende Frage, um das konkrete Vorgehen mit dem Team zu reflektieren: "Welche Phrase fühlt sich jetzt weniger bedrohlich an?"
💭

Reflexion & Tipps

Reflexion

Fühle ich mich jetzt mehr wie ein Partner der Eltern statt wie ein Gegner?
Wie verändert die neue Perspektive meine Anspannung vor einem Treffen?

Tipps zur Umsetzung

Stellen Sie sicher, dass Reframing nicht als "Schönfärberei" missverstanden wird.
Es geht darum, weiterhin handlungsfähig zu bleiben und nicht das Problem zu ignorieren.

📚

Weiterführende Lektüren & Links

📖
„Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens“ von Marshall B. Rosenberg. Buch